GN 1422 Teleskopschienen mit Vollauszug und Selbsteinzug, Belastbarkeit bis 1290 N


  • RoHS

Beschreibung

Ausführung

Form

B: mit Stoppgummi

Kennziffer

2: Befestigung über Senkbohrungen
Schienenprofil
Stahl, verzinkt, blau passiviert ZB
Kugeln
Wälzlager Stahl, gehärtet
Kugelkäfig
Stahl, verzinkt
Stoppgummi
Kunststoff / Elastomer
Selbsteinzug
Edelstahl / Kunststoff
Einsatztemperatur -20 °C bis 100 °C

Information

Teleskopschienen mit Selbsteinzug GN 1422 werden vertikal und paarweise verbaut. Der Hub erreicht ≈ 100 % der Nennlänge l1 (Vollauszug).
Die Teleskopschienen werden im Paar geliefert. Der Einbau kann aufgrund der Mechanik beliebig links- oder rechtsseitig am Auszug erfolgen.Die Erreichbarkeit aller Montagebohrungen wird durch Hilfsbohrungen sichergestellt. Weitere produktionsbedingte Bohrungen können vorhanden sein, es sind jedoch nur die Montagebohrungen abgebildet.

Auf Anfrage

  • andere Längen und Bohrungsabstände
  • andere Befestigungsoptionen
  • mit Arretierung (vorne)
  • andere Oberflächen
  • mit Auflagewinkel

Montagebohrung

Montagebohrungen - Außenschiene

l1a3a4a5a6
300192224--
350192224--
400224256--
450288320--
500320352--
550352384--
600416448--
700448480--
800384416672704

Montagebohrungen - Innenschiene

l1i2i3i4
300141237-
350173301-
400173333-
450205397-
500237461-
550269493-
600173301557
700173333653
800205397749

Befestigungsschrauben

Um die genannten Belastungskräfte FS sicher in die Umgebungskonstruktion abzuleiten, müssen alle vorhandenen Senkbohrungen der Außen- sowie Innenschiene verwendet werden. Das Weglassen von Befestigungsschrauben reduziert die angegebene Belastbarkeit entsprechend. Die Montage kann mit folgenden Schrauben durchgeführt werden:
Bezeichnung - NormAußenschieneInnenschiene
Senkschraube mit Innensechskant | DIN 7911M 5M 4
Senkschraube mit Kreuzschlitz | DIN 965M 5M 4
Senkschraube mit Kreuzschlitz | DIN 7997Größe 5Größe 4 / 4.5

Stoppgummi

Die Stoppgummi der Form B dämpfen das Anschlagen der Schiene in der jeweiligen Endstellung. Dadurch wird die Geräuschentwicklung minimiert und die Lebensdauer erhöht. Teils versteckt, teils sichtbar an den Schienen angebracht sind sie bzgl. Gestalt, Werkstoff und Härte auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmt.
Treten in Auszugsrichtung größere statische oder dynamische Belastungen auf, sollten diese durch externe Anschlagelemente aufgenommen werden.

Selbsteinzug

Teleskopschienen GN 1422 sind mit einem integrierten Selbsteinzug versehen, wodurch der Bedienkomfort beim Schließen von Auszügen wesentlich verbessert wird.
Die Schienen werden mittels Einzugsmechanik auf den letzten 22 mm Hub selbsttätig mit einer Kraft von ca. 30  Newton je Schienenpaar in die hintere Endposition eingezogen und dort gehalten. Beim Öffnen des Auszugs muss diese Kraft entsprechend überwunden werden.
Der Selbsteinzug ist zudem so ausgelegt, dass dieser bei ruckartigem oder zu schnellem Öffnen bzw. Schließen des Auszugs entkoppelt und nicht zerstört wird. Beim darauf folgenden Hub rastet der Selbsteinzug wieder automatisch ein, so dass die Funktion sichergestellt bleibt.

Allgemeine Hinweise

Hinweis

Teleskopschienen ermöglichen eine leichtgängige, verschleißfreie und laufruhige lineare Bewegung. Sie werden in unterschiedlichsten Einsatzgebieten verwendet. Das Spektrum reicht von einfachsten Auszügen und Schubladen - bis hin zu hochwertigen Varianten, welche im industriellen Umfeld an Maschinen, Produktionsanlagen und Vorrichtungen eingesetzt werden. Dabei bieten sie eine Vielzahl positiver Eigenschaften und sind zugleich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten besonders interessant. Typische Anwendungen sind: Schiebetüren, Schutzhauben, Tastatur- und PC-Auszüge, Fahrzeugeinrichtungen, Lagertablare, Batteriekästen etc.
Teleskopschienen können mit einer Vielzahl an Ausstattungsoptionen versehen werden. Diese sind teilweise für eine der beiden Endlagen sowie in Kombination erhältlich und werden durch die Form in der Artikelnummer definiert.

Aufbau

Teleskopschienen bestehen aus einer Außen- und einer Innenschiene sowie je nach Ausführung bzw. benötigter Auszugslänge zusätzlich aus einer oder zwei Mittlelschienen. Die Schienen sind dabei im Rollwalzverfahren aus Blech hergestellt und über die so erzeugte Geometrie ineinander mittels Wälzlagerkugeln beweglich gelagert. Die Kugeln werden durch einen Kugelkäfig auf Abstand und in Position gehalten.
Die Montage der Schienen erfolgt im Normalfall über Senk- oder Durchgangsbohrungen. Weitere Möglichkeiten wie z.B. Gewindebolzen oder Auflagewinkel stehen optional zur Verfügung.
Bezüglich der Auszuglänge können Teleskopschienen in die drei Kategorien Teil-, Voll- und Überauszüge eingeteilt werden. Diese definieren sich über den erreichbaren Hub l2, welcher im Verhältnis zur Nennlänge l1 angegeben wird.
AuszugsartAuszugsschema
Teilauszug: l1 = 100 % -> l2 = min. 75 %
Vollauszug: l1 = 100 % -> l2 = min. 100 %
Überauszug: l1 = 100 % -> l2 = min. 150 %
Alle Schienen besitzen in der vorderen und hinteren Endposition innenliegend verbaute Anschläge, die ein unbeabsichtigtes Auseinanderziehen verhindern. Je nach verfügbarem Bauraum und benötigter Stabilität sind die Anschläge entsprechend in metallischer Form oder mit zusätzlichen Kunststoff- oder Elastomerteilen als Stoppgummi ausgeführt, um ein zu hartes Auflaufen in den Endstellungen zu vermeiden.
Des Weiteren können Teleskopschienen mit einer Vielzahl an Zubehörfunktionen ausgestattet werden. Arretierungs-, Verriegelungs- und Trennfunktionen sowie Selbsteinzüge, teilweise gedämpft, sind als Beispiele zu nennen. Die Zusatzfunktionen sind je nach Schienenvariante teilweise für die hintere oder vordere Endlage sowie in Kombination erhältlich. Überdies hinaus sind kundenspezifische Anpassungen bzgl. der Befestigung der Schienen möglich.

Teleskopschiene mit Vollauszug, hintere Endlage

Teleskopschiene mit Vollauszug, vordere Endlage

Teleskopschienen - Bauarten

NormAuszugsartBelastbarkeitGrundlängeMaterialBefestigung--
Teilauszug Tpro Paar bei 10.000 Zykleneingefahrener ZustandStahl STDurchgangsbohrungenSenkbohrungenAußenschiene, Durchgangsbohrungen / Innenschiene,
Vollauszug Vin Nin mmEdelstahl NI(Kennziffer 1)(Kennziffer 2)Senkbohrung (Kennziffer 3)
GN 1400T280300 - 500STx--
GN 1404T780300 - 700ST--x
GN 1410V510250 - 800STx--
GN 1412V430300 - 700STx--
GN 1422V1290300 - 1200ST-x-
GN 1424V1290300 - 800ST-x-
GN 1426V750350 - 700ST-x-
GN 1430V1380500 - 800ST-x-
GN 1432V2120400 - 1200ST-x-
GN 1440 | Form BV2300400 - 800STx--
GN 1440 | Form MV3100300 - 1500STx--
GN 1440 | Form KV3100300 - 1500STx--
GN 1440 | Form QV3100300 - 1500STx--
GN 1450V510300 - 600NIx--
GN 1460V1290250 - 800NI-x-

Teleskopschienen – Ausstattungsmerkmale

NormAusstattungsmerkmale
ohne Stoppgummimit StoppgummiArretierung hintenArretierung hinten,Verriegelung hintenVerriegelung vorneVerriegelung hinten-vorneSelbsteinzug, gedämpft / nicht gedämpftAuszug beidseitig
Stoppgummihinten-vorneForm ETrennfunktion Form FForm MForm KForm Q
GN 1400x--------
GN 1404-xx------
GN 1410-x-x-----
GN 1412-x-x---x-
GN 1422-xx------
GN 1424-x-----x-
GN 1426-x-----x-
GN 1430-x------x
GN 1432-xx------
GN 1440 | Form B-x-----x-
GN 1440 | Form M-x--x----
GN 1440 | Form K-x---x---
GN 1440 | Form Q-x----x--
GN 1450-x-x-----
GN 1460-x-x-----

Montagehinweise

Allgemeine Einbauhinweise

Bei der Montage von Teleskopschienen sollten folgende Einbauhinweise beachtet werden, welche idealerweise bereits bei der Konstruktion von Auszügen zu berücksichtigen sind. Dadurch wird ein leichtgängiger, ruhiger sowie verschleißarmer Lauf der Schienen über einen langen Zeitraum sichergestellt und die Funktion auf Dauer gewährleistet.
  • Teleskopschienen werden generell paarweise verbaut, so dass die Montageflächen der Gehäuse- und Auszugsseite eben, parallel und rechtwinklig sowie bezüglich der Lage korrekt zueinander ausgerichtet sein müssen. Weiter sollte auf eine ausreichende Stabilität der Aufnahmekonstruktion geachtet werden, um z. B. durch elastische Verformung hervorgerufenen Geometriefehler möglichst gering zu halten.
  • Die Befestigungsbohrungen sind so anzubringen, dass ein Verkanten oder Verziehen der Schienen bei der Montage ausgeschlossen ist. Zudem sind die Schienen in Auszugsrichtung so zu positionieren, dass die Auszüge beim Ein- bzw. Ausfahren gleichzeitig die Endposition erreichen. Damit ergibt sich eine gleichmäßige Belastung der Stoppgummi und Arretierungen.
  • Die Breite der jeweiligen Schienen-Einbauräume sollte mit einer Toleranz von +0,2 / +0,5 mm ausgelegt werden. So wird erreicht, dass die Schienen in Richtung der Auszugsmitte leicht auf Zug beansprucht werden. Dies begünstigt einen optimalen Lauf und eine lange Lebensdauer.
  • Vor der Montage sollten die Innenschienen einmal in die vordere und hintere Endstellung gefahren werden, wodurch die Kugelkäfige ihre vorgesehene Position einnehmen können. Der Einbau sollte zudem bei Raumtemperatur erfolgen.
  • Nach der Montage sind die Teleskopschienen bzw. Auszüge auf Leichtgängigkeit zu prüfen. Bei Unstimmigkeiten wie Klemmen oder Verzug, müssen die Ursachen festgestellt und durch geeignete Maßnahmen beseitigt werden.

Montagebohrungen, Befestigungsschrauben

Bei der Montage von Teleskopschienen sind grundsätzlich alle zur Befestigung vorgesehenen Bohrungen zu verwenden. Damit wird sichergestellt, dass die aus der max. Belastbarkeit FS (Nennlast) resultierenden Kräfte sicher von den Teleskopschienen auf die Umgebungskonstruktion übertragen werden können. Das Weglassen von Befestigungsschrauben reduziert die angegebene Belastbarkeit entsprechend.
Die Außen- und Innenschienen enthalten über die zur Montage vorgesehenen Bohrungen hinaus zusätzliche Aussparun-gen und Hilfsbohrungen. In den Katalogzeichnungen und den zum Download verfügbaren CAD-Daten sind diese nicht enthalten um Verwechslungen und Konstruktionsfehler auszuschließen. Sie werden u. a. zur Befestigung von formabhängigen Ausstattungsfeatures wie z. B. der Selbsteinzüge benötigt.
Bei einigen Schienenvarianten stehen Befestigungsmöglichkeiten für unterschiedlich große Schrauben zur Verfügung. In diesem Fall sollten alle Positionen einer Größe oder Form verwendet werden. Hilfsbohrungen, welche die Erreichbarkeit aller Montagebohrungen sicherstellen, sind in den CAD-Daten entsprechend enthalten, aber wiederum in den Katalogzeichnungen nicht dargestellt.
Art und Spezifikation der verwendbaren Schrauben sind auf den jeweiligen Katalogseiten angegeben. Grundsätzlich wird empfohlen, Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8 unter Beachtung des vorgeschriebenen Anzugsdrehmoments zu verwenden.

Einbaulage

Teleskopschienen werden vorzugsweise vertikal und paarig angeordnet in waagrechter Lage verbaut. So wird die höchstmögliche Stabilität und Verwindungssteifigkeit bei kleinstem Bauraum erreicht und die Aufnahme der max. Belastung (Nennlast) möglich. Die Laufeigenschaften sind in dieser Einbaulage optimal und der Verschleiß wird auf ein Minimum reduziert.
Der horizontal bzw. liegende Schieneneinbau ist unter bestimmten Einschränkungen ebenfalls möglich. Die max. Belastung beträgt in diesem Fall nur noch ca. 20-25 % der angegebenen Nennlast. Durch den ungünstigeren Schienenquerschnitt ergibt sich im ausgefahrenen Zustand somit eine wesentlich höhere Durchbiegung. In deren Folge können die Kugelkäfige an den Köpfen der Befestigungsschrauben streifen. Im Zweifelsfall ist die Funktion unter Last in einem Versuchsaufbau zu überprüfen.
Schienen in senkrechter Lage zur Auszugsrichtung zu verbauen wird nicht empfohlen, da in diesem Fall ein erhöhter Käfigschlupf auftritt. D.h. die obere und untere Endposition der Schiene kann unter Umständen bereits nach einigen Zyklen nur noch mit erhöhtem Kraftaufwand erreicht werden, da sich der Kugelkäfig durch die Schwerkraft von seiner richtigen Position entfernt.
Nachfolgende Beispiele zeigen mögliche Einbaulagen von Teleskopschienen, die als günstig oder akzeptabel anzusehen sind, sowie solche die als ungünstig eingestuft und daher vermieden werden sollten.
vertikal, beidseitig, günstig
vertikal versetzt, beidseitig, akzeptabelvertikal geneigt, beidseitig, akzeptabel
vertikal, einseitig, ungünstighorizontal, beidseitig, ungünstig

Technische Information

Belastbarkeit

Die maximale Belastbarkeit von Teleskopschienen hängt vom Schienenquerschnitt und von der Nennlänge l1 sowie dem sich daraus ergebenden Hub l2 ab. Des Weiteren haben die Auszugsbreite, die verwendeten Schienenwerkstoffe und Bauteile der Ausstattungsoptionen, wie z. B. dem gedämpften Selbsteinzug, einen entsprechenden Einfluss.
Die Angaben für die maximale Belastbarkeit der Teleskopschienen wurden in Dauertests unter den nachfolgenden Bedingungen ermittelt:
  • Schienenanordnung vertikal im Paar
  • Beachtung aller Montagehinweise
  • gleichmäßige Verteilung der maximalen Last FS ber die gesamte Auszugsfläche
  • Standardschienenabstand 450 mm
  • 10.000 bzw. 100.000 Prüfzyklen (einmal Aus- und Einfahren = ein Zyklus)
  • schrittweise Erhöhung der Last

Montagebohrungen, Befestigungsschrauben

Im Anschluss an jeden Testabschnitt wurden Verschleiß, Laufverhalten und die max. Durchbiegung beurteilt.

Durchbiegung

Teleskopschienen zeigen im ausgefahrenen Zustand unter Last eine elastische Durchbiegung, welche sich am äußeren Ende der Innenschiene am stärksten bemerkbar macht. Als Grundsatz gilt, dass das Maß der Verformung höchstens 4,25 % des Verfahrweges betragen darf. Alle Schienen befinden sich bei maximaler Belastung innerhalb dieses Wertes.
Beispiel:
Eine Teleskopschiene mit einer Nennlänge l1 = 500 mm wird in die Endposition ausgefahren und über die gesamte Auszugsfläche mit der angegebenen max. Belastung beansprucht. Die Durchbiegung am vordersten Punkt der Schiene darf infolgedessen max. 21,25 mm betragen.

Toleranzen

Alle Bauteile der Teleskopschienen unterliegen Fertigungstoleranzen die eine gleichbleibende Qualität und somit eine lange Lebensdauer gewährleisten.
Da sich der Hub aus dem Zusammenwirken aller Einzelteile der Teleskopschienen ergibt, muss für die Längentoleranz des Hubs auch die Summe aller Einzeltoleranzen betrachtet werden. Zusätzlich ist die leichte Verformung ggf. vorhandener Stoppgummi zu nennen. Dies führt insgesamt zu verhältnismäßig großen Gesamttoleranzen, welche auf den jeweiligen Katalogseiten angegeben sind und daher bei der konstuktiven Auslegung von Auszügen Berücksichtigung finden können.

Verfahrgeschwindigkeit

Die zulässigen Aus- und Einfahrgeschwindigkeiten der Teleskopschienen sind mit einer max. Geschwindigkeit von 0,3 m/s festgelegt. Kurz vor Hubende sollte die Geschwindigkeit auf weniger als 0,15 m/s reduziert werden, damit Anschläge, Stoppgummi, gedämpfte Selbsteinzüge etc. keine übermäßige, schlagartige Belastung erfahren.

Schienenwerkstoffe, Oberflächen und Korrosionsschutz

Die von Elesa+Ganter gelieferten Teleskopschienen sind aus hochwertigen Stahl- bzw. Edelstahlbändern hergestellt.
Die Edelstahl-Teleskopschienen werden grundsätzlich mit walzblanker Oberfläche geliefert.
Die Stahl-Teleskopschienen sind z. T. aus vorverzinktem Stahlband hergestellt und werden anschließend mit 5 bis 7 µm galvanisch stückverzink sowie blau passiviert. Eine Korrosionsbeständigkeit im Salzsprühtest von mindestens 72 Stunden gegen Weißrost wird dadurch gewährleistet.
Um eine höhere Korrosionsbeständigkeit zu erreichen, können auf Anfrage weitere Oberflächenveredelungen angeboten werden. Es stehen zwei Verfahren zur Wahl:
  • galvanisch stückverzinkt 5 bis 7 µm, schwarz passiviert, Korrosionsbeständigkeit im Salzsprühtest von min. 120 Stunden gegen Weißrost
  • galvanisch stückverzinkt 5 bis 7 µm, passiviert, elektrolytisch T2 Top coat / Sealer beschichtet 8 bis 12 µm, Korrosionsbeständigkeit im Salzsprühtest von min. 96 Stunden gegen Weißrost / 500 Stunden gegen Rotrost
Alle verwendeten Werkstoffe und Oberflächenveredelungen sind RoHS konform.

Schmierung und Wartung

Teleskopschienen sind mit hochwertigen, mineralölbasierten und bleifreien Kugellager-Schmierfetten auf Lebensdauer geschmiert.
Für Edelstahl-Teleskopschienen werden spezielle FDA-konforme Schmierfette eingesetzt, die geschmacks- und geruchs-neutral sind. Die Fette entsprechen der Schmiermittelklasse H1, wodurch diese in Bereichen vorgesehen werden können, wo es technisch nicht möglich ist einen gelegentlichen Kontakt mit Lebensmitteln zu vermeiden. Grundsätzlich ist ein direktes Zusammentreffen durch geeignete Maßnahmen, wie einer optimalen Platzierung der Schienen oder durch das Anbringen von Abdeckungen, zu verhindern.
Ein Nachfetten ist unter normalen Einsatzbedingungen nicht nötig, da die Kugelkäfige und Kugeln geringe Mengen von eingetragenem Schmutz beim Verfahren aus der Schiene „hinausbefördern“. Bei Anwendungen mit stärkeren Verunrei-nigungen sollten die Schienen von Zeit zu Zeit mit einem sauberen Lappen gereinigt und anschließend nachgeschmiert werden. Mögliche Schmierfette für die Stahlvarianten sind z. B. Shell Alvania EP 1 oder Klüberplex BE 31-222.

Käfigschlupf

Bei schnellen Richtungswechseln und hohen Beschleunigungskräften kann, besonders bei langen Kugelkäfigen, in ungünstigen Fällen, Käfigschlupf auftreten. Dabei bewegt sich der Käfig nicht synchron mit der halben Geschwindigkeit der Mittel- und Innenschienen mit, sondern verliert durch Verrutschen nach und nach seine richtige Positon. In solchen Fällen ist nach Möglichkeit das Fahren eines "Leerhubs" in die vordere und hintere Endlage der Schiene, mit mäßiger Geschwindigkeit und unter geringer Belastung, zur Rückpositionierung des Käfigs vorzusehen.

Einsatztemperatur

Die Einsatztemperatur von Teleskopschienen liegt im Bereich von -20 °C bis 100 °C und wird hauptsächlich durch die verwendeten Kunststoff- und Elastomerteile in den Schienen bestimmt. Je nach Einsatzort und Anwendungsfall ist die Funktion der Auszüge im Temperaturgrenzfall ggf. vom Anwender zu überprüfen.

Ausstattungsoptionen

Information

Teleskopschienen können mit einer Vielzahl an Ausstattungsoptionen geliefert werden. Diese sind teilweise für eine der beiden Endlagen sowie in Kombination erhältlich und werden durch die „Form“ in der Artikelnummer definiert.
Die folgende Übersicht zeigt beispielhaft mögliche Ausprägungen der unterschiedlichen Formen bzw. Ausstattungsmerkmalen. Die verwendeten Bauteile und die eingesetzte Mechanik sind auf den verfügbaren Bauraum, den Querschnitt und den Aufbau der gewählten Schiene angepasst und deshalb je nach Schienenvariante unterschiedlich ausgeführt. Die Funktionsweise ist jedoch vergleichbar, teilweise auch identisch.

Stoppgummis

Die in nahezu allen Schienenvarianten verbauten Stoppgummi dämpfen das Anschlagen der Schiene in der jeweiligen Endstellung. Dadurch wird die Geräuschentwicklung minimiert und die Lebensdauer erhöht. Teils versteckt, teils sichtbar an den Schienen angebracht sind sie bzgl. Gestalt, Werkstoff und Härte auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmt.
Treten in Auszugsrichtung größere statische oder dynamische Belastungen auf, sollten diese durch externe Anschlagelemente aufgenommen werden.

Arretierungen

Die Arretierfunktion äußert sich durch eine leichte Hemmung der Schienen in den Endpositionen, welche beim Öffnen bzw. Schließen überwunden werden muss. Die Arretierung in der hinteren Endlage ist oft in die Stoppgummi-Funktion integriert, sodass keine zusätzlichen Bauteile benötigt werden.
Die Arretierung wirkt reibschlüssig und übernimmt daher nicht die Funktion einer formschlüssigen Verriegelung.

Verriegelungen

Im Gegensatz zur Arretierung sichert eine Verriegelung die Schienen in den Endlagen formschlüssig. Teleskopschienen mit Verriegelungen werden eingesetzt, wenn die Schiene gegen selbstständiges Aus- oder Einfahren z.B. durch Schräglage geschützt werden sollen.
Eine Mechanik, welche innerhalb der Schiene verbaut ist, rastet federbelastet durch überfahren einer Rampe beim Erreichen der jeweiligen Endlagen automatisch ein. Durch Drücken eines Entriegelungshebels wird die Verriegelung gelöst und die Schiene wieder zum Verfahren freigegeben.
Treten in der Verriegelungsposition größere Belastungen in Auszugsrichtung auf, sollten diese durch externe Verriegelungselemente aufgenommen werden.

Selbsteinzug

Teleskopschienen können mit einem integrierten Selbsteinzug versehen werden, wodurch der Bedienkomfort beim Schließen von Auszügen wesentlich verbessert wird.
Bei der im Beispiel dargestellten Variante werden die Schienen mittels Einzugsmechanik auf den letzten 22 mm Hub selbsttätig mit einer Kraft von ca. 30 Newton je Schienenpaar in die hintere Endposition eingezogen und dort gehalten. Beim Öffnen des Auszugs muss diese Kraft entsprechend überwunden werden.
Diese Variante ist zudem so ausgelegt, dass der Selbsteinzug bei ruckartigem oder zu schnellem Öffnen bzw. Schließen des Auszugs entkoppelt und nicht zerstört wird. Beim darauf folgenden Hub rastet der Selbsteinzug wieder automatisch ein, so dass die Funktion sichergestellt bleibt.

Selbsteinzug, gedämpft

Gedämpfte Selbsteinzüge sind auch als „Soft-close“ bekannt und werden in zwei Hauptfunktionen unterteilt. Sie bieten den bestmöglichen Bedienkomfort beim Schließen eines Auszugs.
Beim dargestellten Beispiel übernimmt der Selbsteinzug auf den letzten 40 mm Hub das automatische Einziehen der Schienen in die hintere Endlage, wo diese dann gehalten wird. Die Einzugskraft beträgt dabei etwa 35 Newton je Schienenpaar. Zudem wird die Schließbewegung auf dem genannten Hub durch die Dämpfungsmechanik abgebremst und deutlich verlangsamt, wodurch eine äußerst sanfte und schonende Schließbewegung erreicht wird. Beim Öffnen des Auszugs muss die Einzugskraft entsprechend überwunden werden.
Bei der Verwendung von gedämpften Selbsteinzügen dürfen die angegebenen Lastwerte und Verfahrgeschwindigkeiten beim erreichen der Einzugsmechanik nicht überschritten werden.

Trennfunktion

Teleskopschienen mit einer Trennfunktion lassen sich im Bereich der Mittel- und Innenschiene komplett voneinander trennen. Dies erleichtert zum Einen die Montage, zum Anderen kann der Auszug z. B. bei Wartungungsarbeiten an dahinter liegenden Bauteilen schnell entnommen werden.
Beim dargestellten Beispiel wird der Trennvorgang der Teleskopschiene schnell und einfach durch Drücken einer Blattfeder in ausgefahrener Position aktiviert, so dass die Innenschiene nach vorne herausgezogen werden kann.
Um die Schienen wieder zu verbinden, werden die Kugelkäfige grundsätzlich in die vordere Endpostition gebracht. Anschließend wird die Innenschiene zum hinteren Endanschlag eingeschoben, wo sie automatisch wieder einrastet.
Einem versehentlichen Trennen der Schiene wird durch die geschützte Anordnung der verschiedenen Entriegelungsmechaniken vorgebeugt.

Auflage- und Befestigungswinkel

Auflagewinkel an der Innenschiene sind für einige Schienenvarianten bereits ab geringen Stückzahlen auf Anfrage erhältlich. Der Auflagewinkel dient zur einfachen Befestigung z. B. einer Schublade, wenn keine seitliche Montage möglich ist. Die Befestigung erfolgt dabei mittels Durchgangsbohrungen, die im Winkel in senkrechter Richtung angebracht sind.
Die Befestigungsschrauben sichern in diesem Fall lediglich die Position der Schublade. Eine zusätzliche Versteifung der Schienen selbst, wie bei der seitlichen Montage, ist nicht gegeben. Die Schubladen sollten deshalb möglichst steif ausgeführt werden, damit durch die senkrechte Belastung keine unnötigen Spannungen über den Auflagewinkel in die Schienen eingeleitet werden.

Befestigungsoptionen

Information

Neben der Standardbefestigung von Teleskopschienen, mit Durchgangs- oder Senkbohrung, können auf Anfrage weitere Befestigungsvarianten geliefert werden. Die möglichen Befestigungsformen können je nach Bedarf an der Innen- oder Außenschiene als auch in Kombination realisiert werden. Einige Beispiele dafür sind nachfolgend dargestellt. Weitere, anwendungsspezifische Sonderbefestigungen sind nach Prüfung der Umsetzbarkeit ebenfalls möglich.
Teleskopschienen mit Vollauszug und Selbsteinzug, Belastbarkeit bis 1290 N GN 1422
GN 1422
Filter
Artikelnummer l1 l2 +4/-4 l3 Fs pro Paar in N
bei 10.000 Zyklen
Fs pro Paar in N
bei 100.000 Zyklen
Gewicht
GN 1422-300-B-2-ZB 300* 285 585 940 640 1800
GN 1422-350-B-2-ZB 350* 350 700 960 730 2160
GN 1422-400-B-2-ZB 400* 400 800 970 770 2400
GN 1422-450-B-2-ZB 450* 450 900 1100 880 2800
GN 1422-500-B-2-ZB 500* 500 1000 1190 900 3160
GN 1422-550-B-2-ZB 550* 550 1100 1180 980 3460
GN 1422-600-B-2-ZB 600* 600 1200 1230 990 3830
GN 1422-700-B-2-ZB 700* 700 1400 1290 1030 4520
GN 1422-800-B-2-ZB 800* 800 1600 1210 1060 5000